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Weiterhin kühl und „angenehm“, am Ende noch ein kurzes Update zur anstehenden Hitzewelle.

Ich weiß jetzt nicht, wie sich das gestern in Düsseldorf angefühlt hat, aber aus Bielefeld fühlte sich das gestern alles andere als Hochsommer an. Maximal 20,9 °C, immer wieder Schauer und kaum Sonne rundeten einen sehr unterdurchschnittlichen Juli-Tag ab. Dazu lebhafter Wind. Mit 17,5 °C lagen wir gut 1,8 °C unter dem langjährigen Mittel aus 30 Jahren für einen 7. Juli.

Wenn wir gestern mal auf die Höchsttemperaturen des Jahres geschaut haben, dann können wir das auch mal mit dem Niederschlag machen. Da diese Grafik auf das gesamte Jahr relativ wenig aussagekräftig ist, habe ich mir mal die vergangenen 30 Tage herausgepickt. Dort sehen wir einerseits, dass wir in die zweite Juni-Dekade mit ausreichend Regen gestartet sind und dies binnen 10 Tagen fast komplett aufgebraucht wurde. Dann gab es bis zum Wechsel in den Juli immer mal wieder etwas Niederschlag, aber nie wirklich ausreichend. Und genau mit dieser Lage werden wir nun in die trockene Phase starten, die uns nun erwartet.

Wir sind mittlerweile so richtig im nordwestlichen Strom der Tiefs angekommen und damit sind auch die Temperaturen deutlich zurückgegangen. Dazu gibt es viele Wolken, hin und wieder einzelne Schauer und keine Schwüle. Schwüle wird sowieso noch etwas dauern, bis diese zu uns zurückkehrt, auch wenn der Luftdruck in der Höhe nun wieder ansteigt.
Der Abend bleibt weitestgehend bewölkt und die Temperaturen gehen im Laufe der Nacht auf 16 °C zurück.
Die kommenden Tage im Überblick:
| Tag | Tageszeit | Wetter | Temperatur | Regen | Wind |
|---|---|---|---|---|---|
| Samstag | morgens mittags abends nachts | 🌥️ 🌦️ 🌥️ ☁️ | 17 °C 21 °C 21 °C 13 °C | <1 Liter | 33 km/h |
| Sonntag | morgens mittags abends nachts | ☁️ ☁️ ☁️ ☁️ | 14 °C 19 °C 18 °C 17 °C | ||
| Montag | vormittags nachmittags nachts | ☁️ ☁️ ☁️ | 17 °C 22 °C 16 °C | ||
| Dienstag | vormittags nachmittags nachts | ☁️ 🌥️ 🌔 | 22 °C 28 °C 21 °C | ||
| Mittwoch | tagsüber nachts | ☀️ 🌕 | 33 °C 21 °C | ||
| Donnerstag | tagsüber nachts | 🌥️ 🌕 | 34 °C 13 °C | 31 km/h 33 km/h | |
| Freitag | tagsüber nachts | 🌤️ 🌖 | 25 °C 13 °C | 34 km/h |

Es gibt etwas neues zu berichten, was den zweiten Teil der Hitzewelle angeht. Den ersten Teil schauen wir uns gleich im Ensemble an. Wenn wir uns die Großwetterlage zum 18. Juli anschauen, dann gibt vom Prinzip her nur ein Unterschied zu dem, wie er gestern noch berechnet wurde. Entscheidend ist das Tief über dem östlichen Atlantik. Die Ausprägung in Richtung Süd und somit auch der Knick des Geopotentials in 5.500 Meter Höhe ist deutlich geringer als noch in den vergangenen Tagen berechnet, womit dieser Austausch der Luftmassen von Nord nach Süd bzw. Süd nach Nord nicht mehr ganz so dermaßen entfacht wird. Und das bedeutet auch, dass diese extremen Temperaturen in unserer Region nicht mehr berechnet werden. Heiß wird es zwar alle mal noch mit 30-33 °C in 1.500 Meter Höhe, wenn man nur das Mittel aller Modellberechnungen betrachtet.

Oben seht ihr die Prognosen der Modellberechnungen für die Luftmassentemperaturen in 1.500 Meter Höhe.
Unten seht ihr die Prognosen der Niederschläge.
Die rote Linie zeigt hierbei das Mittel aus den Jahren 1981-2010.
Die weiße Linie zeigt das Mittel aller Modellberechnungen, die ihr in bunt seht.
Wichtig ist hierbei häufig die dicke grüne und blaue Linie, die den Haupt- bzw. Kontrolllauf symbolisieren, die mit den besten Berechnungsgrundlagen ausgestattet sind.
Quelle: wetterzentrale.de
Mit Blick auf die kommenden Tage sind die Prognosen relativ einfach abgehandelt. Zunächst kühl, vereinzelte Schauer, in der Tabelle waren die Wolken-Symbole ja bereit sin der Überzahl. Dann werden die Tore zum Dienstag geöffnet, was den ersten heißen Vorstoß angeht und die Temperaturen steigen deutlich an. Der Hauptlauf thront dort am oberen Rand der Modelle, womit wir die 34 °C zum Mittwoch durchaus noch mit Vorsicht genießen dürfen. Es wird aber definitiv in diese Richtung gehen.
Danach wieder kühler, eher der zweite Hitzevorstoß folgt. Aktuell berechnet der Hauptlauf dieses etwas kühler, allgemein dürfte die Hitze nach den neuen Prognosen nicht mehr gefühlt ne halbe Ewigkeit bei uns verweilen. Die Niederschlagssignale sind derweil kaum nennenswert.

Oben seht ihr die Prognosen der Modellberechnungen für die Luftmassentemperaturen in 1.500 Meter Höhe.
Unten seht ihr die Prognosen der Niederschläge.
Die rote Linie zeigt hierbei das Mittel aus den Jahren 1981-2010.
Die weiße Linie zeigt das Mittel aller Modellberechnungen, die ihr in bunt seht.
Wichtig ist hierbei häufig die dicke grüne und blaue Linie, die den Haupt- bzw. Kontrolllauf symbolisieren, die mit den besten Berechnungsgrundlagen ausgestattet sind.
Quelle: wetterzentrale.de
Ganz anders das ECMWF, welches weiterhin die zweite Hitzephase deutlich höher und anhaltender berechnet. Hier sind die Modelle weiterhin von 35+ °C überzeugt, die heiße Phase soll demnach vom 16.-21. Juli anhalten. Hier sind auch die Niederschläge zum Ende raus etwas zahlreicher berechnet.

Schauen wir uns das noch in den Höchsttemperaturen der letzten 4 Berechnungen des amerikanischen GFS an und sehen beim 18er Lauf gestern 37 °C zum Montag, den 18. Juli.

Der 0er aus der Nacht korrigiert etwas zurück auf maximal 36 °C, aber hier soll die Höchsttemperatur bereits am Samstag erreicht werden.

Der 6er Lauf heute Morgen berechnet noch 35 °C, wieder für Montag übernächster Woche.

Der soeben eingetroffene 12er berechnet noch maximal 34 °C, allerdings für den 14. Juli, also nächste Woche Donnerstag. Will heißen: Der Hauptlauf berechnet die zweite Hitzephase bereits kühler als die erste Hitzephase.

Ihr seht die Prognosen der Modellberechnungen für den Taupunkt.
Zur Erklärung: Der Taupunkt gibt Aufschluss darüber, bei welcher Lufttemperatur die Luft komplett gesättigt werde, wenn man sich abkühlt. Je höher der Taupunkt, desto schwüler kommt uns die Luft vor. Je niedriger der Taupunkt, desto kühler kommt uns die Luft vor.
Die weiße Linie zeigt das Mittel aller Modellberechnungen, die ihr in bunt seht.
Wichtig ist hierbei häufig die dicke grüne und blaue Linie, die den Haupt- bzw. Kontrolllauf symbolisieren, die mit den besten Berechnungsgrundlagen ausgestattet sind.
Quelle: wetterzentrale.de
Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf den Taupunkt. Ab 16 °C können wir von einem schwülen Empfinden sprechen, unter 10 °C kommt uns die Luft kühl vor. Und da sind erstaunlich wenige Modelle dabei, die überhaupt an die 16 °C kommen. Vor allem aber im Zeitraum der zweiten Hitzephase zwischen 16.-22. Juli sind die Taupunkt meist unter 10, teils unter 5 °C, zumindest nach dem Hauptlauf. Eine trockene Hitze also, von Schwüle kaum eine Spur.

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