Gestern habe ich ja noch darüber geschrieben, dass sich die Hauptläufe gegen den Rest der Ensembles stemmen. Wenn der Hauptlauf die besten Daten hat, folgen dann die anderen Modelle?
Der morgige Donnerstag ist schnell abgefrühstückt, da wir viel Sonne bei nur harmlosen Wolken zum Nachmittag bekommen. Die Temperatuten steigen auf 7-17 °C an.
Am Freitag ändert sich daran im Prinzip wenig, es kann sein, dass sich am Morgen noch dichtere Wolken aus der Nacht halten. Die Temperaturen liegen bei 10-20 °C.
Der Samstag wird nach den neusten Prognosen auch nochmal freundlich werden mit viel Sonne bis zum Abend und 12-20 °C.
Am Sonntag soll sich die Wärme vorübergehend wieder verziehen, der allgemeine Gesamteindruck bleibt aber freundlich mit mehr Sonne als Wolken bei kühleren 9-17 °C.
Der Montag soll stand jetzt freundlich bleiben mit 10-15 °C.

Dazu die Windrichtungen für uns in dunkelblau (26 km Höhe), in hellblau (20 km Höhe), in grün (12 km Höhe), in gelb (9 km Höhe), in orange (5,5 km Höhe) und in rot (1,5 km Höhe)
Quelle: wetterzentrale.de
In der Einleitung habe ich eine Theorie aufgestellt und führe diese erstmal aus.
Das europäische ECMWF wird aus 50 einzelnen Läufen berechnet, dazu kommen noch ein Kontrolllauf (bessere Daten als die einzelnen Läufen) und ein Hauptlauf (die besten Daten des gesamten Ensembles). Alle Modelle zusammen ergeben ein Mittel aller Modellberechnungen, die man zur Abschätzung der Extremläufe nimmt und um gewisse Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen.
Das amerikanische GFS ist genauso bestückt, außer dass das GFS aus 30 einzelnen Läufen besteht. Somit kann man für eine Wetterprognose oder für eine Einschätzung in der Mittelfrist mit 10 bis 14 Tage im Voraus einen ungefähren Trend anhand der Hauptläufe abschätzen und sie gemäß der restlichen Einzelläufe und dem Mittel einordnen, wie „wahrscheinlich“ dies eintreffen könnte.
Nachdem nun in den vergangenen Tagen sowohl die Hauptläufe (abgesehen vom GFS-Hauptlauf gestern) als auch die Kontrollläufe und die Einzelläufe zum großen Teil deutlich kühler gewesen sind rund um den Monatswechsel, ist zumindest der Hauptlauf des GFS und später dann auch der Hauptlauf des ECMWF umgeschwenkt mit weiterhin Hochdruck und milderen Temperaturen. Am heutigen Mittwoch sind nun auch die Ensembles mitgegangen und berechnen nun beide eine Temperatur von 8-10 °C in 1.500 Meter Höhe rund um den Monatswechsel. Das sind um 15 °C mehr, was die Hauptläufe angeht und 10 °C mehr als das Mittel aller Modellberechnungen. Dafür, dass der Zeitraum in 8 Tagen ist und gemittelt die Temperaturen binnen 24 Stunden um 10 °C höher berechnen werden, sieht man schon, wie unsicher die Wetterprognose ist und wie spekulativ die Prognose für die kommende Woche ist. Es soll also nach den aktuellen Berechnungen mild und trocken weiter gehen, voraussichtlich erstmal bis zum 2. November.
Im Winterhalbjahr kommt neben den Prognosen zwischen Hauptlauf und Mittel aller Modellberechnungen noch ein weiterer Faktor für die Mittelfrist zusammen, der Polarwirbel. Dieser entsteht im Oktober und nimmt um diese Jahreszeit richtig Fahrt auf, ist in diesem Jahr bereits stärker als im Klimamittel. Dieser kommt durch das Auskühlen der Nordhemisphäre durch die länger werdenden Nächte zustande und sorgt dafür, dass der Motor des Wetters für das Winterhalbjahr angeworfen wird.
Auf der Grafik seht ihr die Windzirkulation in 26 km Höhe. Über dem Nordpol liegt in der Höhe ein Tief mit einer Temperatur von -76 °C in dieser Höhe. Um nun ungefähr abschätzen zu können, wie wahrscheinlich eine Wetterlage sein kann, wird sich das Druckverhältnis in den verschiedenen Stockwerken angeschaut und wo der Wind in den jeweiligen Stockwerken herkommt. Die Druckgebilde in der Höhe werden in der Regel in Richtung Erdboden nach und nach weitergegeben, sodass man mittelfristig ungefähr die Wahrscheinlichkeit der Luftherkunft in der Mittelfrist abschätzen kann. Dieser Vorgang dauert ungefähr 1-3 Wochen.
Aktuell liegt der Polarwirbel über dem Norden von Grönland und dieses Tief wird von 26 km Höhe bis 1,5 km Höhe durchgegeben, sprich es herrscht eine Säule von Tiefdruck über alle relevanten Höhen über dem Norden von Grönland, was dann auch für ein stabiles Wetter dort steht und auch mittelfristig vermutlich bestand halten kann. Wie gesagt, es geht hier um Wahrscheinlichkeiten, nicht um das Eintreffen einer möglichen Prognose. Mit dem Polarwirbel dreht der Wind über uns derzeit auf Nordwest mit einem leichten Rücken durch das Abschwächen der Windgeschwindigkeit in 26 km Höhe, sodass es über uns zur Wetterberuhigung kommen könnte. Wenn man nun die Stockwerke weiter runter geht, dann haben wir ein schwaches Hoch in 19 km Höhe mit Westwind, ein stärkeres Hoch in 12 km Höhe mit Nordwestwind, ein stärkeres Hoch in 9 km Höhe mit Nordwind, ein starkes Hoch mit umlaufenden Wind in 5,5 km Höhe und ein kräftiges Hoch mit leichtem Ostwind in 1,5 km Höhe. Entsprechend ruhig ist das Wetter und der Wind spielt keine sonderliche Rolle, wir bleiben weitestgehend unter der Luftmasse, unter der wir aktuell auch sind. Da diese Druckgebilde eine Säule an Hochdruckgebieten über die verschiedenen Stockwerke bilden, scheint diese Wetterlage recht stabil zu sein und entsprechend wahrscheinlich ist es, dass sich daran auch so schnell nichts ändert. Also das, was uns die Ensembles derzeit anzeigen.
Anhand der Grafik sieht man den Polarwirbel in 16 Tagen. Bis dahin tut sich beim Polarwirbel nur wenig, das Zentrum bewegt sich zwischen Spitzbergen und Russland und lässt somit die Strömung über uns auf Nordwest drehen. Wenn man sich nun die verschiedenen Linien anschaut, sieht man, dass je weiter man von den Stockwerken runter geht, der Wind immer weiter von Nordwest auf Südwest dreht. Das gestützt durch eine schwache Hochachse von der iberischen Halbinsel bis zu den britischen Inseln und dies eingeklemmt von Tiefs westlich und östlich davon. Eine klassische Omegalage. Das bedeutet für unser Wetter, dass sich eine Umstrukturierung der Großwetterlage über die verschiedenen Stockwerke bildet und es sein kann, dass diese stabile Wetterlage, wie wir sie nun schon seit ein paar Wochen haben und die auch noch 2 Wochen anhalten soll, langsam abgebaut werden könnte und das Wetter mehr und mehr auf Nordwest drehen könnte. Auch, wenn der Atlantik weiterhin recht ruhig bleiben dürfte und auch die Zirkulation bzgl. gewöhnlichem Westwindwetter gestört bleiben sollte, dürften wir vermehrt in den Tiefdruck kommen mit Nordlagen. Zumindest anhand der Prognosen aus 26 km Höhe bis zu uns runter stehen die Zeichen auf einen ersten Wintereinbruch in der zweiten Novemberhälfte. Einfach nur mal für den Hinterkopf.
Wie gefallen euch solch ausufernde Berichte und lest ihr sie überhaupt? Hinterlasst mir dazu gerne mal eure Meinung und würdet ihr diese auch in Zukunft interessiert lesen?
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